Mittwoch, 18. November 2009

Oculus geht für GBP 23'000 an einen neuen Besitzer

Der ultimative Test, ob sich rezessive Spuren auch im globalen Premium-Whiskygeschäft zeigen, ist gelungen.

Der Käufer bezahlt mit GBP 23'000.-- rund 15 Prozent mehr als der von den Experten geschätzte Wert des Unikats. Hinzu kommen noch Auktionsgebühren von etwa GBP 4'600.-- und Steuern in der Höhe von GBP 4'140.-- macht Summa Summarum GBP 31'740.-- (ca. CHF 54'000.--).

Imposant ist die Höhe der Gebühren und Steuern (38 Prozent!) auf dem Auktionspreis. Bei den Auktionsgebühren scheinen eBay, Ricardo + Co. sowie die Rezession noch keinen wirklichen Einfluss auf die Preise gehabt zu haben.

Frage: Welche Destillerie versucht es als nächstes? Macallan, Highland Park oder wieder Bowmore? Was denkt ihr?

Dienstag, 17. November 2009

Dalmore will es nochmals wissen - Oculus bei Bonhams unter dem Hammer

Dalmore will mit einer neuen Abfüllung namens 'Oculus' an den Grosserfolg vom 15. April 2005 als bei einer Auktion eine von lediglich zwölf Flaschen Dalmore 62 (Jahre) für GBP 32'000.-- ersteigert wurde, anknüpfen. Bonhams' Auktion findet am Mittwoch, 18. November 2009 online und live statt.

Analog zum '62'er verwendete Master Distiller Richard Paterson wiederum alte, wirklich alte Single Malts. Im Falle von 'Oculus' sollen sie 140 Jahre zurückreichen. Zum Vergleich: Beim '62'er wurden Abfüllungen von 1868 (!), 1878, 1922, 1926 und 1939 verwendet.

Trotz der aktuellen Preis-Hysterie bei 'produzierten' Raritäten ist die Preis-Erwartung der Experten bei rund GBP 20'000.--, was angesichts des Pfund-Zerfalls gegenüber dem Schweizer Franken seit 2005 einem Discount von rund 50 Prozent gegenüber dem 'Oculus' gleichkommt.

Man darf gespannt sein welchen Preis der Verkäufer schliesslich erzielen wird und ob der glückliche Käufer - analog zum damaligen 'Oculus'-Käufer - die ersteigerte Flasche auch gleich nach der Ersteigerung öffnet und verkostet.

Wahrscheinlicher ist wohl ein Platz in einer Vitrine oder sogar im Bank-Safe.

Slainte, Ralph


Dienstag, 6. Oktober 2009

Single Malt und Schokoladen-Tasting im Havanna, Luzern

Am herrlichen Samstagabend (3. Oktober 2009) fanden 26 interessierte GeniesserInnen den Weg ins Havanna nach Luzern. Sie wollten in eine neue Welt von Single Malts in Verbindung mit edelsten Schokoladen eintauchen. Das zumindest versprach die Einladung.



Und dem Feedback ist zu entnehmen, dass die Teilnehmer nicht enttäuscht wurden. So präsentierten Daniel Biller und Ralph Warth 5 Single Malts von 5 verschiedenen Abfüllern mit einer auserlesenen Selektion von insgesamt 10 Edel-Schokoladen.

Dabei sollte jeweils eine Schokolade die Aromen des Single Malts unterstützen und eine andere ein Kontrastprogramm zum Single Malt darstellen (z.B. Bowmore mit Schokoladen Chilli Chips).


Degustationsprogramm

Mortlach, 46%, 16jährig, "Duthies", Cadenhead Abfüllung
mit Amedei 9 und Amedei Toscana Red Schokolade

Glenmorangie, 46%, Nectar d'Or, Originalabfüllung
mit Cuore Nero (Barrique Tobacco) und Eraclea 100% Schokolade

Highland Park, 43%, 19jährig, 1987, Signatory Vintage Abfüllung
mit Beschle Grand Cru Trinitario au fleur de sel et pistaches und Amedei Chuao Schokolade

Springbank, 53.5%, 10jährig, 1998, ex-Sherryfass, awico-Abfüllung
mit Domori Madagascar und Dolfin Rosa Pfeffer Schokolade

Bowmore, 58.8%, 8jährig, 2000, Scotch Single Malt Circle-Abfüllung
mit Panaco Samatari und Chili Chips Schokolade


Ziel erreicht


Der zahlreiche und von den Präsentatoren initiierte Meinungsaustausch brachte viel Feedback über die Single Malts und die Schokolade im Einzelnen und insbesondere auch über die jeweils vorgestellten Kombinationen. Dabei wurde erneut offensichtlich, dass persönlicher Genuss und dessen Wahrnehmung höchst individuell sind. Und damit haben die Organisatoren das erklärte Ziel des Abends erreicht.

Daniel Biller von Hot Chocolate und Ralph Warth stossen auf einen gelungenen Abend und auf die vielfältigen Geschmacksmöglichkeiten von Single Malts und Edel-Schokolade an.



Samstag, 26. September 2009

Douglas Laing mit neuen Vatted Malts

Wenn von Innovationen die Rede ist, meint man in letzter Zeit meist die Bankers und ihre vielfältigen Derivatkonstrukte, die vom legendären Value-Investor Warren Buffett bereits im 2005 als Zeitbomben bezeichnet wurden.

Aber auch in der Whisky-Industrie gibt es Innovationen. Und damit meine ich auch ausserhalb der teilweise fragwürdigen Kreativität von Jim McEwan.

So haben die Brüder Fred und Stewart Laing nicht nur ihre Website auf Hochglanz respektive auf Edel poliert, sondern auch noch neue Abfüllungen lanciert.

Big Peat
Unter dieser Bezeichnung lanciert Douglas Laing einen Vatted Malt - also eine Komposition mehrere Single Malts - lediglich aus den Islay Destillerien Ardbeg, Bowmore, Caol Ila und Port Ellen. Gemäss Douglas Laing ist der Name Programm. Also Islay-Fans schnappt euch so eine Flasche, denn Douglas Laing ist Gewähr für Top-Qualität.


Double Barrel

Die Whiskygemeinde kennt schon DoubleWood (Gruss an Balvenie), Three Wood (Hallo Auchentoshan) und Finishings jeglicher Gattung. Aber was ist Double Barrel?

Ursprünglich als Macallan-Laphroaig abgefüllt, wurde eine Vermählung von Fässern genau dieser zwei Destillerien Double Barrel genannt. Nachdem das (Verkaufs-)Resultat so überzeugend ausgefallen ist, haben Fred und Stewart diverse weitere Konstellationen probiert (schöner Job!). Und hier ist das erste Resultat:
  • Caol Ila & Braeval (Sherry)
  • Bowmore & Highland Park
  • Ardbeg & Glenrothes
Zu gerne würde ich diese Vatted Malts in meinen Tastings probieren und von den anwesenden Geniessern beurteilen lassen. Leider verfügt die Schweiz zur Zeit (ist eigentlich schon länger der Fall) über keinen Importeur mehr. So besteht auch kaum eine Möglichkeit auf dem WhiskySchiff (man bemerke die neue Schreibweise!) die eine oder andere Abfüllung zu degustieren.


Provenance
Bei all diesen grossen Würfen ist die Erwähnung der Verpackungs- und Label-Änderung bei der Provenance-Serie kaum mehr als eine Randnotiz wert. Wer (auch) auf Wertsteigerungen bei Single Malts aus ist, sollte sich die eine oder andere ältere Abfüllung mit dem vorherigen Label kaufen und in den hinteren Teil des nicht zu feuchten Kellers stellen.


Slainte, Ralph

Dienstag, 22. September 2009

Neue, teure Abfüllungen

Just nachdem die Tage kürzer, grauer und melancholischer (manche sagen depressiver) werden, lancieren diverse Destillerien und Abfüller neue, teils äusserst teure, Abfüllungen.

Hier eine nicht vollständige Auswahl mit ein paar Stichworten:

Glen Grant, Gordon & MacPhail's Abfüllung, 41 Jahre, 1966, 49.4%, ca. CAD 500.--

Gold Bowmore, Destillerie-Abfüllung, 44 Jahre, 1964, 42.4%, USD 6'250.--














  • Total 701 Flaschen
  • Ist als Trilogie mit dem Black Bowmore von 2001 und dem White Bowmore gedacht
  • Ist eine Komposition aus 4 Fässern: 3 ehemalige Bourbon und ein Oloroso-Sherry Fass
  • Lagerung erfolgte 44 Jahre unter dem Wasserspiegel im sogenannten "Number One Vault"
  • Geschmack: Reife, exotische Früchte, cremiges Vanille mit einem Quentchen Rauch

Macallan Lalique Decanter, Destillerie-Abfüllung, 57 Jahre, 42.3%, USD 15'000.--

Highland Park, Destillerie-Abfüllung, 1964, 42.3%, GBP 3'750.--

Highland Park, Destillerie-Abfüllung, 1968, 45.8%, GBP 4'290.--


Aufgrund der immer noch starken Nachfrage nach lange gelagerten Single Malts, dürfte der Strom an Neu-Abfüllungen nicht so leicht versiegen. Es stellt sich eher die Frage, welche Destillerie/ Abfüller als nächstes auf den Markt kommt.

Wie wäre es mit einem 1960er Port Ellen, Springbank oder Glen Grant? Oder doch lieber eine "Entdeckung" der seit Jahrzehnten geschlossenen Destillerien Dallas Dhu, Glenugie, Glenesk oder Littlemill?




Dienstag, 8. September 2009

Pernod Ricard plant Teilverkauf von Vin & Spirit AB

Gemäss der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter plant Pernod Ricard SA den Verkauf von Vin & Spirit AB (ohne den Absolut Vodka Brand). Der Verkauf beinhalte Produktionsanlagen wie auch Marken u.a. Explorer, Renat und Blossa schreibt die Zeitung weiter, ohne Quellenangabe.

Der Verkauf erfolgt nur knapp ein Jahr nach der Übernahme von Vin & Spirit für EUR 5.7bn durch Pernod Ricard. Doch der damit geäufnete Schuldenberg drückt massiv auf den Gewinn, was die Geschäftsleitung veranlasst hat, Verkäufe vorzunehmen.

Wie früher berichtet, verkaufte Pernod Ricard bereits 'Wild Turkey' für USD 575 Millionen an Campari und 'Tia Maria' für EUR 125 Millionen an Illva Saronno. Hinzu kommt die bereits durchgeführte Erhöhung des Eigenkapitals um EUR 1 Milliarde.

Gemäss Dagens Nyheter ist die Frist zur Einreichung von Kaufpreisen am 28. August abgelaufen und mit dem erfolgreichen Verkauf wird in ein paar Monaten gerechnet.

Kommentar von TheWhiskyInvestor
Sollte der Verkaufspreis in der Nähe des Buchwerts zu liegen kommen ist dies definitiv 'Good News'. Zum einen wird der Verschuldungsgrad weiter gesenkt und zum anderen fliesst der Firma Cash zu, das flexibel verwendet werden kann u.a. um die 'grossen' Marken weiter zu positionieren.

Dienstag, 1. September 2009

Pre-Tasting Single Malt und Schokolade

Die Vorbereitungen für das Single Malt und Schokoladen-Tasting vom Samstag, 3. Oktober 2009 ab 18 Uhr im Havanna in Luzern läuft bereits auf Hochtouren.

Das Pre-Tasting fand im kleinen Rahmen im Verkaufsladen von Daniel Biller´s Hot Chocolate in Luzern statt.



An unterschiedlichsten Schokoladen aus allen Teilen der Erde hat es am Pre-Tasting wahrlich nicht gefehlt. Die Schwierigkeit lag vielmehr darin, aus der Vielzahl der Möglichkeiten die zwei besten Kombinationen für jeden der fünf Single Malts herauszuschälen. Eine anspruchs- und genussvolle Aufgabe, deren Resultat die Tasting-Teilnehmer am 3. Oktober 2009 selbst geniessen dürfen.



Wie gross der Genuss war, lässt sich nicht in Worte, aber Bilder fassen:



Wer am Tasting teilnehmen möchte oder weitere Angaben dazu benötigt, soll bitte den Kommentar-Link nach diesem Blogeintrag anklicken und seine Frage stellen und/oder seine Koordinaten hinterlassen.